Die Asien-Pazifik-Wochen Berlin 2009

Eine kleine Nachbetrachtung von Wilfried Lulei
 
Asien-Pazifik-Wochen in Berlin gibt es seit 1997 alle zwei Jahre und wer geglaubt hat, dass die Idee auf die Dauer nicht tragfähig sei, wurde angenehm überrascht. Berlin hat sich  als ein guter Ort erwiesen, Begegnungen mit Asien zu organisieren, Informationen zu verbreiten, Kontakte zu entwickeln, das gegenseitige Verständnis zu erhöhen und die Zusammenarbeit zu fördern. Die APW tragen dazu bei, Kenntnisse zu vermitteln, dass dieser Kontinent nicht nur durch Größe besticht , sondern auch durch Ressourcenreichtum, rasches ökonomisches Wachstum, durch Kreativität und Fleiß seiner Menschen, durch neue Ideen . Er fördert die Erkenntnis bei vielen Deutschen, dass die Entwicklung der Beziehungen zu Ländern und Völkern Asiens notwendig ist und für beide Seiten vorteilhaft und nützlich sein kann  In all den Jahren gab es bei den APW Fortschritte und High lights und es auch Dinge, die nicht so gelungen waren. Das ist normal. Mir persönlich schienen die APW 2009 jedoch in mancher Hinsicht besonders bemerkenswert und erfolgreich, wobei ich betonen muß, dass das mein persönlicher Eindruck ist und ich nicht den Überblick und das
Recht habe, eine offizielle Gesamteinschätzung zu geben.
Erstens fand ich die Präsentation und Werbung in der Öffentlichkeit besser als in den Vorjahren. In den Medien wurde intensiv informiert, so dass die APW auch außerhalb der Fachkreise wahrgenommen wurden.
Zweitens trafen das Motto „Asien-Pazifik Partner für eine gemeinsame Zukunft“ und die Themenschwerpunkte „Mobilität“ und „Energie“ den Nerv der Zeit. Angesichts der weltweiten Krisenerscheinungen wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit betont und die Chance begriffen, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue aufzubauen.
Drittens dominierte die Stimmung nicht nur zu klagen, sondern die Krise auch als Chance zu erkennen. Die realistische Analyse war überwiegend mit Konstruktivität und Optimismus gepaart. Man konnte vielfach die Überzeugung verspüren, dass eine erweiterte Kooperation mit Ländern Asiens helfen kann, die Krise schneller zui überwinden.
Viertens gab es zahlreiche sehr gut besuchte Veranstaltungen auf hohem Niveau, man hörte vielfach Bedauern, dass man nicht alle wahrnehmen konnte.
Fünftens fand ich , dass Teilnehmer aus asiatischen Ländern präsenter waren und aktiver in Erscheinung traten. Als Vertreter der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft freut es mich besonders, dass Vietnam eine beachtliche Rolle spielte.
Was ich nicht weiß, aber gern wissen möchte sind zwei Dinge. Erstens haben die APW 2009 auch konkrete Ergebnisse hinsichtlich Partnerschaften, neuen Projekten , Verträgen usw. gebracht? Und zweitens, sind die APW Berlin in den Ländern Asiens auch über die unmittelbar Beteiligten hinaus zur Kenntnis genommen worden? Für Vietnam möchte ich beide Fragen positiv beantworten und feststellen, dass dazu auch die Veranstaltungen der DVG einen Beitrag geleistet haben.
 
Damit möchte ich zu den Ergebnissen unserer DV-Veranstaltungen kommen,.. Ich gehe nach der zeitlichen Reihenfolge
 
    
1)     Der Mekongländertag am Sonntag, den 11.Oktober in der Albert-Einstein-Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg, gemeinsam mit der Deutsch-Laotischen Gesellschaft und der Studiengemeinschaft Kambodschanische Kultur in Zusammenarbeit mit der obengenannten Volkshochschule. Ca. 1500 Besucher erlebten zahlreiche Vorträgen, Diskussionsforen, Filmvorführungen, Musik- und Tanzdarbietungen, erhielten Auskünfte an Infoständen und konnten Speisen aus der Region probieren und eine Fotoausstellung „Mekongländer in Bewegung“ anschauen. Vietnam betreffend seien als Beispiele genannt, die Vorträge „Geschichte und Erinnerungspolitik in Vietnam“ (Dr. Martin Großheim) „Weiterer Aufschwung oder Krise? Wie es in Vietnam weitergeht“ (Prof. Wilfried Lulei), „Deutschlands Beitrag zur Entwicklung der Häfen in Vietnam“ (Siegfried Sommer), die Reiseberichte „Auf dem Mekong von Vietnam nach Laos (Simone Klotz) , „Mit dem Zug durch Vietnam“ MargareteWohlan), die DVDs „Fremde Nachbarn, Vietnamesische Frauen in Berlin“ (Henrike Kochta), „Erinnerungen an die Moritzburger“ (Klaus Woinar), (Heike Baldauf ). Info-Stände gab es u.a. von den veranstaltenden Vereinen, von SODI, Rechtsanwaltsbüro Bümlein, Lernidee Erlebnisreisen, Evaair.
Sänger, Tänzer und Musiker aus Laos, Thailand und Vietnam( das Lotusensemble und die Sängerin Pham Quynh Nga) boten ein mit viel Beifall bedachtes Programm.
Insgesamt erlebten die Besucher wieder einen interessanten und vielseitigen Mekongländertag, der ihnen und den Veranstaltern viel Freude bereitete.
(weitere Informationen: www.mekonglaendertag.de; www.vietnam-dvg.de  
 
2)     Der workshop „Vietnam 2009 – Krise oder weiterer Aufschwung“ gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung am Montag, den 12.Oktober in den Räumen der FES in der Hiroshimastraße. 4o deutsche Vietnam-Experten, mehrere vietnamesische Fachleute und andere ausländische Interessenten diskutierten über die gegenwärtige Situation in Vietnam und den aktuellen Stand der deutsch-vietnamesischen Beziehungen. Erfahrene Referenten sprachen zu ausgewählten Problemen ihres Arbeitsbereichs und ließen so ein plastisches Gesamtbild entstehen , dessen Fazit darin bestand, dass die Krise auch Vietnam betrifft, aber die Chancen für den weiteren Aufschwung gut stehen und die Bedingungen für die deutsch-vietnamesische Zusammenarbeit sich weiter positiv entwickeln. Den Einführungsvortrag hielt Dr. Bui Manh Cuong, Gesandter und Botschaftsrat der Botschaft der SR Vietnam in Berlin Themen waren u.a. die Deutsch-vietnamesische Universität in Ho Chi Minh-Stadt (Hannelore Bossmann/DAAD), das Deutsch-Vietnamesische Jahr /2010 (Alexander Fierley/Auswärtiges Amt), der Stand der vietnamesisch-chinesischen Beziehungen (Gerhard Will/Institut für Politik und Wissenschaft); die Situation der Vietnamesen in Deutschland (Prof.Dr. Karin Weiß/Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg); die deutsch-vietnamesische Entwicklungszusammenarbeit (Mathias Reiche/BMZ) und der Stand der Arbeitsgesetzgebung in Vietnam (Frau Prof. Dr. Dao Thi Hang/Rechtshochschule Hanoi) . Sehr interessant war auch die Vorstellung des Dong-Xuan-Centers in Berlin-Lichtenberg durch seinen Prokuristen
Steffen Cwieng und der Bericht der Restauratorin Andrea Teufel über deutsche Aktivitäten bei Restaurationsarbeiten in der Kaiserstadt Hue und im Dorfzentrum Tran dang nahe Hanoi.(Die DVG ist übrigens der Träger des Projekts.) Zahlreiche Anfragen und Diskussionsbeiträge rundeten das Bild einer höchst informativen Veranstaltung.
 
3)     Auf Anregung und in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft veranstaltete die Viethaus AG am Dienstag, den 13.Oktober eine Tourismusveranstaltung „Vietnam ein exotisches Reiseziel für Abenteurer und Genießer“ Zu der Veranstaltung, die auch von der vietnamesischen Botschaft und dem Reisebüro HMSKY GmbH unterstützt wurde kamen mehr als 400 Interessenten. Nach Begrüßungsansprachen von Botschafter Do Hoa Binh und dem Vorsitzenden der DVG , Dr. Hans-Dieter Scheel hörten die Besucher einen interessanten Vortrag über Tourismusmöglichkeiten in Vietnam. Anwesend waren auch Vertreter des Ministeriums für Tourismus Vietnams und von Vietnam Airlines. Großen Anklang fand auch das schmackhafte Viethaus-Buffet.
 
4)     Traditionell fand auch im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen im Jahre 2009 eine gemeinsame Veranstaltung mit GEBECO im Großen Saal des Berliner Rathauses statt. Sie stand dieses Jahr unter dem Motto „Reisen entlang des Mekong“ . Der erfahrene Reiseleiter  Steffen Schumacher stellte vor 200 Reiselustigen in einen beeindruckenden Vortrag verschiedene Reisevarianten entlang des Mekong durch Vietnam, Kambodscha und Laos vor und weckte die Neugier auf Geschichte und Kultur sowie das pulsierende Leben in diesen Ländern. Vor Beginn des Vortrags wurden asiatische kulinarische Kostbarkeiten gereicht.
 
 
Wie bereits in der Ankündigung der Vietnamveranstaltungen während der APW Berlin 2009 vermerkt, hatten weitere Veranstaltungen unmittelbar oder mittelbar zum Thema. Sie finden dazu nähere Informationen in den Materialien
Der Senatskanzlei Berlin, des Asien Pazifik Forum Berlin und von Berlin Partner zur Auswertung der Asien-Pazifik-Wochen.
 

Gesprächskreis Vietnam des Arbeitskreises Berlin

zu Themen aus Politik, Wirtschaft, Geschichte, Kultur.
Termin: Jeden ersten Donnerstag im Monat, 18.30 Uhr
Club Spittelkolonaden, Leipziger Str. 47, Berlin-Mitte
Juli/August Sommerpause. Programm für das zweite Halbjahr erscheint in Kürze.